Ute Grempel

Referentin für moderne Matriarchatsforschung

Studium an der internationalen Akademie Hagia

Matriarchat – was ist das?

 

Matriarchat ist keine Umkehrung des Patriarchats.

Während Patriarchat mit "Herrschaft der Väter" übersetzt werden muss, wird Matri-arché mit "Am Anfang die Mütter" vom griechischen arché = Beginn, Ur-Anfang wieder gegeben.

Das macht den entscheidenden Unterschied!

In einer männlich dominierten, patriarchalen Gesellschaft werden Normen, Verhaltensmuster und Werte von Männern geprägt und repräsentiert. Es herrscht der Mensch über die Natur und die "westliche, weiße Zivilisation" erhebt sich über andere Völker. Nach mehr als 2000 Jahren Patriarchat sind die zerstörerischen Folgen für uns und unsere Lebensgrundlage, den Planeten Erde, nicht mehr zu übersehen.

Im Matriarchat herrscht niemand, nicht über die Natur und nicht über andere Menschen - sondern alle Geschlechter, Generationen und die Erde auf der wir leben haben ihre eigene Würde.

Wie kann das sein?

 

 

Matriarchat = Am Anfang die Mütter

In einer matriarchalen Gesellschaftsordnung stehen Frauen, Mütter und Kinder mit ihren Bedürfnissen im Zentrum, denn alles Leben beginnt mit einer Mutter und so stehen die Mütter am Anfang.

Konkret gedacht, rückt der Begriff Matriarchat unsere menschliche Kulturgeschichte in ein neues Licht.

Das Wissen um matriarchale Gesellschaftsordnungen hat das gestalterische Potential, unsere zerstörerische patriarchale Herrschaftskultur zu einer lebenswerten, egalitären Gesellschaft in Balance zu verändern.

Wie kann das gehen?

Matriarchate wandeln die biologische Tatsache des Mutterseins in ein kulturelles Modell von Mütterlichkeit, in dem mütterliche Werte von Fürsorge und Friedenssicherung zum Wohle aller Menschen gelebt werden können.

 

 

Matriarchat – gibt es das wirklich?

Matriarchate sind keine theoretischen Utopien, es gab sie auf allen Kontinenten der Erde und gibt sie heute noch.

Woher wissen wir das?

 

Moderne Matriarchatsforschung

Der Philosophin und Kultur-und Gesellschaftsforscherin Heide Göttner Abendroth ist es zu Verdanken, dass die Matriarchatsforschung eine wissenschaftstheoretische Grundlage erhielt. Sie widmete ihr Lebenswerk einer wissenschaftlichen Methodologie, mit deren Hilfe das umfangreiche Gebiet einer ganzen Gesellschaftsform erforscht und heute noch existierende matriarchale gesellschaftliche Strukturen als solche erkannt werden können.

Ausführliche Informationen sind unter www.hagia.de zu finden.

Was nützt uns das?

 

Matriarchatspolitik = Gesellschaft neu denken

Die von Heide Göttner Abendroth entwickelte Tiefenstruktur umfasst die ökonomische / soziale / politische und kulturell-weltanschauliche Ebene einer matriarchalen Gesellschaft. Daraus können wir praxisnahe Beispiele für Lösungsmöglichkeiten aus unserer, von Menschen verursachten globalen Krise, hin zu einer lebenswerten Zukunft auf unserer Erde ableiten.

Die hohe soziale Intelligenz die in diesen matriarchalen Mustern steckt, zeigt uns, dass matriarchale Weltanschauung UND Politik miteinander verbunden werden müssen, damit eine neue Ökonomie und Gesellschaftsordnung entstehen kann (vgl. Heide Göttner Abendroth 2008: Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft. Prinzipien und Praxis der Matriarchatspolitik).

Weltweit noch existierende matriarchale Gesellschaften können uns wertvolle Anregungen für Alternativen bieten.

Ute Grempel    +49  30  74 69 95 94